Gedenkstätte Amthordurchgang e.V.
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Gera

Amthordurchgang 9, 07545 Gera, Deutschland

Gedenkstätte Amthordurchgang e.V. | Veranstaltungen & Tickets

Die Gedenkstätte Amthordurchgang e.V. in Gera ist ein historischer Erinnerungs- und Bildungsort im Torhaus einer ehemaligen politischen Haftanstalt. Unter der Adresse Amthordurchgang 9, 07545 Gera, erinnert der Verein an Menschen, die zwischen 1933 und 1989 aus politischen Gründen verfolgt, überwacht, verhaftet oder inhaftiert wurden. Der Ort verbindet Geschichte, Forschung, Zeitzeugenarbeit, Ausstellungen und öffentliche Veranstaltungen miteinander. Anders als ein klassischer Veranstaltungsraum steht hier nicht Unterhaltung im Mittelpunkt, sondern die Auseinandersetzung mit Erfahrungen von Unfreiheit, Diktatur, Opposition und persönlicher Verantwortung.

Die Dauerausstellung ist nach aktuellen Angaben wegen Fußbodensanierung und Umbau voraussichtlich bis Frühjahr 2027 für den Publikumsverkehr geschlossen. Die Schließung bedeutet jedoch keine Pause der Vereinsarbeit. Sonderausstellungen werden in der benachbarten Amthorpassage gezeigt, außerdem finden Vorträge, Lesungen, Filmgespräche, Podiumsdiskussionen und weitere Veranstaltungen an verschiedenen Orten in Gera statt. Wer sich für das Programm interessiert, sollte deshalb die aktuellen Hinweise des Vereins prüfen und bei Veranstaltungen auf den jeweils angegebenen Veranstaltungsort achten.

Der Amthordurchgang ist ein Ort, an dem regionale Geschichte konkret und nachvollziehbar wird. Die Ausstellung und die digitalen Angebote verweisen auf die Entwicklung des Gebäudes, die Geschichte politischer Haft sowie auf die Perspektiven von Betroffenen. Das Archiv der Erinnerung mit lebensgeschichtlichen Interviews ehemaliger politischer Häftlinge erweitert den Blick über Jahreszahlen und Institutionen hinaus. So entsteht ein Zugang, der historische Fakten mit persönlichen Erfahrungen verbindet und besonders für Schulklassen, Gruppen, Familien, historisch Interessierte und Besucherinnen und Besucher der Geraer Innenstadt geeignet ist.

Gedenkstätte Amthordurchgang Gera: Veranstaltungen und aktuelles Programm

Das Veranstaltungsprogramm der Gedenkstätte Amthordurchgang e.V. ist thematisch breit angelegt. Der Verein organisiert und begleitet Vorträge, Lesungen, Filmvorführungen mit anschließenden Gesprächen, Ausstellungen, Führungen, Podiumsdiskussionen und Begegnungen mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Im Mittelpunkt stehen historische Themen aus der Zeit des Nationalsozialismus, der sowjetischen Besatzungszeit und der DDR. Ebenso wichtig sind Fragen nach Opposition, Repression, Erinnerungskultur, politischer Bildung und dem Umgang mit Biografien von Menschen, die politische Verfolgung erlebt haben.

Die Veranstaltungen richten sich nicht ausschließlich an ein Fachpublikum. Viele Formate sind so gestaltet, dass auch Menschen ohne besondere Vorkenntnisse teilnehmen können. Eine Lesung kann beispielsweise einen persönlichen Zugang zu DDR-Geschichte eröffnen, während ein Vortrag die politischen und institutionellen Zusammenhänge erklärt. Filmgespräche verbinden audiovisuelle Dokumente mit der Einordnung durch Filmschaffende, Wissenschaftler oder Zeitzeugen. Bei Ausstellungen ermöglichen Führungen, historische Quellen, Fotografien, Texte und räumliche Spuren gemeinsam zu betrachten.

Während der Sanierung der Dauerausstellung finden zahlreiche Termine außerhalb des Torhauses statt. Als Veranstaltungsorte wurden unter anderem die Kaiserwerke, das Clubzentrum Comma und die Stadt- und Regionalbibliothek Gera genannt. Diese Verlagerung verändert den Charakter der Angebote, macht das Programm aber weiterhin zugänglich. Für Besucher ist entscheidend, nicht automatisch davon auszugehen, dass jede Veranstaltung am Amthordurchgang 9 stattfindet. Datum, Uhrzeit, Adresse, Anmeldung und eventuelle Eintrittskosten sollten vor dem Besuch in der jeweiligen Ankündigung kontrolliert werden.

Für den Herbst 2026 wurden unter anderem ein Vortrag mit Dokumentation zu Wochenkindern in der DDR am 28. Oktober, eine Lesung von Anja Reich über Simone am 18. November, die Multimedia-Lesung Todesstreifen am 25. November sowie das autobiografische Theaterstück WINTERKIND – MADE IN GDR am 15. November angekündigt. Diese Beispiele zeigen, dass das Programm unterschiedliche Ausdrucksformen nutzt. Geschichte erscheint nicht nur als Ausstellungstext, sondern auch als Literatur, Theater, Film, Gespräch und persönliche Erinnerung.

Wer regelmäßig informiert bleiben möchte, kann die Veranstaltungsübersicht und die aktuellen Hinweise des Vereins nutzen. Zusätzlich weist die Gedenkstätte auf Flyer und Plakate im Stadtzentrum hin. Da sich Termine, Orte und organisatorische Bedingungen ändern können, sind aktuelle Angaben des Veranstalters maßgeblich. Für Gruppen und Bildungseinrichtungen empfiehlt sich eine frühzeitige Kontaktaufnahme, insbesondere wenn eine Führung, ein Zeitzeugengespräch oder ein thematischer Schwerpunkt gewünscht wird.

Tickets, Eintritt und Anmeldung für den Amthordurchgang

Die Gedenkstätte Amthordurchgang ist grundsätzlich ein Erinnerungs- und Bildungsort mit freiem Eintritt. Für den Besuch der Dauerausstellung wurde in den Besucherinformationen kein regulärer Eintrittspreis genannt. Der kostenlose Zugang unterstützt den Anspruch, historische Bildung möglichst vielen Menschen zu ermöglichen. Gerade bei einer Gedenkstätte ist diese Offenheit wichtig, weil der Besuch nicht von einem kommerziellen Veranstaltungsinteresse abhängig sein soll.

Bei öffentlichen Veranstaltungen gelten jedoch die jeweiligen Angaben in der Ankündigung. Vorträge, Ausstellungenseröffnungen, Filmgespräche oder Podiumsrunden können kostenlos sein, während für Theater, Lesungen oder besondere Abendveranstaltungen ein Eintritt verlangt werden kann. Für das autobiografische Theaterstück WINTERKIND – MADE IN GDR am 15. November 2026 wurde ein Eintritt von 10 Euro zuzüglich Gebühren angekündigt. Dieses Beispiel verdeutlicht, dass Tickets nicht pauschal über eine einheitliche Kasse der Gedenkstätte abgewickelt werden müssen. Interessierte sollten daher vorab prüfen, ob eine Reservierung, Anmeldung oder ein Ticketkauf erforderlich ist.

Für Führungen und Gruppenangebote ist eine vorherige Vereinbarung sinnvoll. Die klassische Führung durch die Gedenkstätte wurde mit einer Dauer von ungefähr anderthalb Stunden beschrieben. In Verbindung mit einem Filmvortrag kann das Angebot bis zu drei Stunden dauern. Thematische Schwerpunkte wie Jugendkultur in der DDR, Opposition in Gera oder Überwachungsmethoden des Ministeriums für Staatssicherheit können individuell vereinbart werden. Das macht die Gedenkstätte besonders interessant für Schulen, Hochschulen, Vereine, kirchliche Gruppen und Bildungsträger.

Bei einer Anfrage sollten Gruppen möglichst konkrete Informationen mitteilen. Dazu gehören die gewünschte Dauer, die Gruppengröße, das Alter der Teilnehmenden, der gewünschte Themenschwerpunkt und mögliche Termine. Auch während der Schließzeit der Dauerausstellung kann es sinnvoll sein, nach Bildungsangeboten, digitalen Rundgängen, Sonderausstellungen oder Veranstaltungen an Ausweichorten zu fragen. Der Verein ist weiterhin telefonisch und per E-Mail erreichbar und informiert über die Möglichkeiten während der Bauphase.

Tickets und Eintritt sind bei dieser Location deshalb immer im Zusammenhang mit dem konkreten Format zu verstehen. Wer die Gedenkstätte als Museum besuchen möchte, sollte die aktuelle Öffnungslage beachten. Wer eine Veranstaltung besuchen möchte, sollte die jeweilige Ankündigung als verbindliche Grundlage nehmen. Auf diese Weise lassen sich unnötige Wege vermeiden, insbesondere weil die Dauerausstellung bis voraussichtlich Frühjahr 2027 geschlossen bleibt, während einzelne Veranstaltungen weiterhin stattfinden.

Geschichte der politischen Haftanstalt Amthordurchgang in Gera

Die Geschichte des Amthordurchgangs reicht bis in das 19. Jahrhundert zurück. Das Gebäude wurde 1874 als Gerichtsgefängnis errichtet. Im Laufe der Zeit veränderte sich seine Funktion entsprechend den politischen Verhältnissen. Während der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 wurde der Ort von der Geheimen Staatspolizei genutzt. Damit steht der Amthordurchgang auch für politische Verfolgung im nationalsozialistischen Herrschaftssystem und für die Erfahrung von Haft als Instrument staatlicher Repression.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nutzte die sowjetische Besatzungsmacht das Gefängnis als regionales Auffanggefängnis. Von dort wurden zahlreiche Gefangene in das sowjetische Speziallager Nr. 2 in Buchenwald verlegt. 1947 wurde das Gefängnis wieder der deutschen Gerichtsbarkeit unterstellt. Diese Nachkriegsgeschichte zeigt, dass der Ort nicht nur einer einzigen historischen Phase zugeordnet werden kann. Vielmehr spiegeln sich im Amthordurchgang verschiedene politische Systeme und Formen von Strafverfolgung, Haft und Macht wider.

Von 1952 bis 1990 befand sich in dem Gebäude die Untersuchungshaftanstalt der Bezirksverwaltung Gera des Ministeriums für Staatssicherheit. Nach den historischen Angaben verfügte die Haftanstalt über mehr als 36 Zellen für bis zu 78 Untersuchungshäftlinge. Untersuchungshaft bedeutete für viele Betroffene nicht nur die räumliche Trennung von Familie und Alltag. Sie war auch Teil eines Systems, in dem Verhöre, Überwachung, psychischer Druck und die Kontrolle von Informationen eine wichtige Rolle spielten.

Mit der Geschichte des Ortes ist auch der Name Matthias Domaschk verbunden. Der 23-jährige Domaschk starb 1981 nach einem Verhör durch das Ministerium für Staatssicherheit in der Haftanstalt. Die Umstände seines Todes sind bis heute nicht vollständig geklärt. Sein Schicksal steht beispielhaft für die Bedeutung des Amthordurchgangs als Erinnerungsort und für die Notwendigkeit, staatliches Handeln, Verantwortlichkeiten und überlieferte Akten kritisch zu untersuchen.

Von 1991 bis 1999 wurde das Gefängnis noch als Untersuchungshaftanstalt des Freistaates Thüringen genutzt. Der größte Teil der Haftanstalt wurde 1999 abgerissen. Erhalten blieb das Torhaus, in dem die Gedenk- und Begegnungsstätte eingerichtet wurde. Der Verein Gedenkstätte Amthordurchgang e.V. gründete sich im Herbst 1997. Die Gedenk- und Begegnungsstätte wurde am 18. November 2005 eröffnet. Der erhaltene Gebäudeteil ist dadurch zu einem sichtbaren historischen Zeugnis geworden, das an die Geschichte politischer Haft erinnert und zugleich Raum für Bildung und Begegnung schafft.

Ausstellung, Rundgang und Zeitzeugeninterviews

Die Dauerausstellung der Gedenkstätte dokumentiert auf mehreren Ebenen die Geschichte der Haftanstalt und die Schicksale ihrer Gefangenen. Zum Ausstellungskonzept gehören gesicherte bewegliche und unbewegliche Teile aus dem abgerissenen Zellentrakt. Diese Elemente wurden in das Torhaus integriert und machen die frühere Nutzung des Ortes räumlich erfahrbar. Nach Angaben der Gedenkstätte entstand die Gestaltung in Zusammenarbeit mit dem Geraer Maler und Grafikdesigner Sven Schmidt.

Ein Rundgang führt durch unterschiedliche historische Zusammenhänge. Ausstellungstafeln thematisieren die Geschichte des Gebäudes, die Nachkriegszeit, den sowjetischen NKWD, stalinistische Säuberungen, Haftanstalten und Speziallager in der sowjetischen Besatzungszone. Weitere Inhalte beschäftigen sich mit der führenden Rolle der SED in der DDR sowie mit politischen Strukturen, die Verfolgung und Überwachung ermöglichten. Der Ansatz beschränkt sich damit nicht auf eine reine Chronologie. Er erklärt auch, wie Institutionen, Ideologien und Machtmechanismen ineinandergreifen.

Ein besonderer Bestandteil ist das Archiv der Erinnerung. Dort werden lebensgeschichtliche Interviews mit ehemaligen politischen Häftlingen dokumentiert. Die Gespräche reichen von Verhaftungen in den 1950er-Jahren bis zu Erfahrungen im Jahr 1989. Solche Interviews ergänzen schriftliche Akten und Ausstellungstafeln um individuelle Wahrnehmungen. Sie machen sichtbar, wie politische Verfolgung im Alltag erlebt wurde, welche Folgen sie für Familien und berufliche Wege hatte und wie Betroffene nach der Haft mit ihrer Geschichte umgingen.

Zeitzeugeninterviews sind für die politische Bildung besonders wertvoll, weil sie historische Ereignisse aus einer persönlichen Perspektive vermitteln. Gleichzeitig müssen sie eingeordnet werden. Erinnerung ist immer individuell, kann Lücken enthalten und unterschiedliche Blickwinkel widerspiegeln. Die Stärke des Archivs liegt deshalb nicht darin, eine einzige endgültige Erzählung zu liefern, sondern verschiedene Biografien zugänglich zu machen und zur eigenständigen Auseinandersetzung anzuregen.

Nach Abschluss der Sanierungs- und Umbauarbeiten soll die Dauerausstellung wieder für Besucherinnen und Besucher zugänglich sein. Bis dahin kann der digitale Rundgang einen ersten Einblick ermöglichen. Zusätzlich bestehen Möglichkeiten, Sonderausstellungen in der Amthorpassage zu besuchen oder Veranstaltungen mit historischen und biografischen Themen wahrzunehmen. Wer sich für den Rundgang, das Archiv der Erinnerung oder Bildungsangebote interessiert, sollte die aktuellen Informationen des Vereins beachten, da sich Zugänge und Termine während der Bauphase ändern können.

Amthordurchgang 9 in Gera: Lage, Anfahrt und Parken

Die Gedenkstätte befindet sich am Amthordurchgang 9 in 07545 Gera. Das Torhaus liegt zentral in der Geraer Innenstadt, neben dem historischen Landgericht. Nach den Besucherinformationen ist der Ort aus der Innenstadt zu Fuß erreichbar. Die zentrale Lage macht es möglich, den Besuch mit weiteren Zielen in der Innenstadt zu verbinden. Für Personen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, empfiehlt es sich, die aktuellen Verbindungen und Haltestellen vor dem Besuch über die jeweiligen Auskunftssysteme zu prüfen.

Eine besondere Parkfläche direkt an der Gedenkstätte wird in den verfügbaren Besucherinformationen nicht ausgewiesen. Für die Anreise mit dem Auto sollten daher öffentliche Parkplätze und Parkhäuser im innerstädtischen Bereich berücksichtigt werden. Die Stadt Gera führt eine Übersicht zu Parkmöglichkeiten. Dazu gehört beispielsweise das Parkhaus Gera-Arcaden in der Heinrichstraße 30. Auch im Umfeld der Amthorstraße und der Innenstadt gibt es weitere Parkangebote. Die tatsächliche Verfügbarkeit, Gebühren, Einfahrtszeiten und mögliche Zufahrtsbeschränkungen können sich ändern und sollten vor der Anreise aktuell geprüft werden.

Wer möglichst stressfrei anreisen möchte, kann den Besuch außerhalb stark frequentierter Zeiten planen. Bei Abendveranstaltungen ist es sinnvoll, ausreichend Zeit für die Parkplatzsuche und den Fußweg einzuplanen. Bei größeren Veranstaltungen können Parkhäuser oder Stellflächen schneller ausgelastet sein. Für mobilitätseingeschränkte Besucherinnen und Besucher empfiehlt sich eine direkte Nachfrage beim Veranstalter, da die Zugänglichkeit des historischen Gebäudes und der jeweiligen Ausweichorte unterschiedlich sein kann.

Während der Schließzeit der Dauerausstellung ist außerdem zu unterscheiden zwischen der Adresse der Gedenkstätte und den Orten des Veranstaltungsprogramms. Eine Lesung in der Stadt- und Regionalbibliothek, ein Vortrag in den Kaiserwerken oder ein Theaterabend im Clubzentrum Comma findet nicht am Amthordurchgang 9 statt. Die jeweilige Veranstaltungsankündigung enthält deshalb die entscheidende Information für die Anfahrt. Wer nur die Adresse der Gedenkstätte in ein Navigationssystem eingibt, könnte sonst am falschen Ort ankommen.

Für einen Besuch der Sonderausstellungen in der Amthorpassage gelten die dort angekündigten Öffnungszeiten. Die Gedenkstätte nennt während der Bauphase unter anderem Dienstag bis Donnerstag sowie Samstag von 14 bis 18 Uhr für die Sonderausstellungen Wochenkinder der DDR und UNERHÖRT! – künstlerische Perspektiven ehemaliger Wochenkinder. Da Ausstellungen, Öffnungszeiten und Veranstaltungsorte zeitlich begrenzt sein können, sollten Besucher die aktuellen Informationen kurz vor dem Besuch kontrollieren.

Politische Bildung, Geraer Erinnerungskultur und besondere Themen

Die Gedenkstätte Amthordurchgang e.V. erfüllt eine wichtige Funktion in der Geraer Erinnerungskultur. Sie bewahrt nicht nur die Geschichte eines Gebäudes, sondern stellt Fragen nach politischer Verantwortung, Menschenrechten und dem Umgang mit staatlicher Macht. Der Ort erinnert an Verfolgte und Gefangene unter der nationalsozialistischen Diktatur, an Menschen in sowjetischer Haft und an Betroffene der DDR-Staatssicherheit. Dadurch entsteht ein historischer Bogen, der Unterschiede zwischen den Systemen sichtbar macht, ohne die individuellen Erfahrungen der Opfer gegeneinander aufzurechnen.

Zu den wiederkehrenden Themen gehören Opposition und Jugendkultur in der DDR, Überwachungsmethoden des Ministeriums für Staatssicherheit, Haftbedingungen, politische Justiz und die Folgen staatlicher Repression. Auch regionale Aspekte spielen eine zentrale Rolle. Geschichte wird nicht ausschließlich über zentrale Institutionen in Berlin oder über bekannte Persönlichkeiten erzählt, sondern über Vorgänge in Gera und Ostthüringen. Das macht den Besuch für Menschen aus der Region ebenso relevant wie für auswärtige Gäste.

Veranstaltungen erweitern die Ausstellung um aktuelle Perspektiven. Ein Vortrag kann neue Forschungsergebnisse vorstellen, eine Lesung kann eine individuelle Biografie in den Mittelpunkt rücken und ein Filmgespräch kann zeigen, wie historische Erfahrungen in der Gegenwart dargestellt werden. Theater- und Multimediaformate sprechen andere Sinne an und schaffen Gesprächsanlässe. Der Verein verbindet damit wissenschaftliche Information und kulturelle Vermittlung.

Für Schulen und Gruppen bietet der Amthordurchgang einen Ansatz, Geschichte nicht nur aus Lehrbüchern zu behandeln. Schülerinnen und Schüler können sich mit Quellen, Biografien und institutionellen Abläufen beschäftigen. Ein Zeitzeugengespräch kann dabei helfen, die Auswirkungen politischer Entscheidungen auf einzelne Menschen zu verstehen. Zugleich bietet die Gedenkstätte die Möglichkeit, über die Grenzen mündlicher Erinnerungen, den Wert von Archivmaterial und die Verantwortung der Gegenwart zu sprechen.

Die aktuelle Sonderausstellung zu Wochenkindern der DDR zeigt, wie sich das Programm auch mit gesellschaftlichen Erfahrungen beschäftigt, die lange wenig öffentlich beachtet wurden. Die Ausstellung Wochenkinder der DDR wurde gemeinsam mit dem Verein Wochenkinder e.V. angekündigt und durch die künstlerische Ausstellung UNERHÖRT! ergänzt. Solche Projekte machen deutlich, dass Erinnerungskultur nicht abgeschlossen ist. Neue Forschungen, Interviews und künstlerische Arbeiten können bekannte Geschichte erweitern und bisher wenig gehörten Stimmen Raum geben.

Der Besuch des Amthordurchgangs ist deshalb mehr als ein Rundgang durch historische Räume. Er ist eine Einladung, über Freiheit, Zivilcourage, Anpassung, Widerstand und die Folgen politischer Entscheidungen nachzudenken. Wer die Gedenkstätte besucht oder an einer Veranstaltung teilnimmt, begegnet nicht nur der Vergangenheit, sondern auch Fragen, die für eine demokratische Gesellschaft weiterhin relevant sind.

Quellen:

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Gedenkstätte Amthordurchgang e.V. | Veranstaltungen & Tickets

Die Gedenkstätte Amthordurchgang e.V. in Gera ist ein historischer Erinnerungs- und Bildungsort im Torhaus einer ehemaligen politischen Haftanstalt. Unter der Adresse Amthordurchgang 9, 07545 Gera, erinnert der Verein an Menschen, die zwischen 1933 und 1989 aus politischen Gründen verfolgt, überwacht, verhaftet oder inhaftiert wurden. Der Ort verbindet Geschichte, Forschung, Zeitzeugenarbeit, Ausstellungen und öffentliche Veranstaltungen miteinander. Anders als ein klassischer Veranstaltungsraum steht hier nicht Unterhaltung im Mittelpunkt, sondern die Auseinandersetzung mit Erfahrungen von Unfreiheit, Diktatur, Opposition und persönlicher Verantwortung.

Die Dauerausstellung ist nach aktuellen Angaben wegen Fußbodensanierung und Umbau voraussichtlich bis Frühjahr 2027 für den Publikumsverkehr geschlossen. Die Schließung bedeutet jedoch keine Pause der Vereinsarbeit. Sonderausstellungen werden in der benachbarten Amthorpassage gezeigt, außerdem finden Vorträge, Lesungen, Filmgespräche, Podiumsdiskussionen und weitere Veranstaltungen an verschiedenen Orten in Gera statt. Wer sich für das Programm interessiert, sollte deshalb die aktuellen Hinweise des Vereins prüfen und bei Veranstaltungen auf den jeweils angegebenen Veranstaltungsort achten.

Der Amthordurchgang ist ein Ort, an dem regionale Geschichte konkret und nachvollziehbar wird. Die Ausstellung und die digitalen Angebote verweisen auf die Entwicklung des Gebäudes, die Geschichte politischer Haft sowie auf die Perspektiven von Betroffenen. Das Archiv der Erinnerung mit lebensgeschichtlichen Interviews ehemaliger politischer Häftlinge erweitert den Blick über Jahreszahlen und Institutionen hinaus. So entsteht ein Zugang, der historische Fakten mit persönlichen Erfahrungen verbindet und besonders für Schulklassen, Gruppen, Familien, historisch Interessierte und Besucherinnen und Besucher der Geraer Innenstadt geeignet ist.

Gedenkstätte Amthordurchgang Gera: Veranstaltungen und aktuelles Programm

Das Veranstaltungsprogramm der Gedenkstätte Amthordurchgang e.V. ist thematisch breit angelegt. Der Verein organisiert und begleitet Vorträge, Lesungen, Filmvorführungen mit anschließenden Gesprächen, Ausstellungen, Führungen, Podiumsdiskussionen und Begegnungen mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Im Mittelpunkt stehen historische Themen aus der Zeit des Nationalsozialismus, der sowjetischen Besatzungszeit und der DDR. Ebenso wichtig sind Fragen nach Opposition, Repression, Erinnerungskultur, politischer Bildung und dem Umgang mit Biografien von Menschen, die politische Verfolgung erlebt haben.

Die Veranstaltungen richten sich nicht ausschließlich an ein Fachpublikum. Viele Formate sind so gestaltet, dass auch Menschen ohne besondere Vorkenntnisse teilnehmen können. Eine Lesung kann beispielsweise einen persönlichen Zugang zu DDR-Geschichte eröffnen, während ein Vortrag die politischen und institutionellen Zusammenhänge erklärt. Filmgespräche verbinden audiovisuelle Dokumente mit der Einordnung durch Filmschaffende, Wissenschaftler oder Zeitzeugen. Bei Ausstellungen ermöglichen Führungen, historische Quellen, Fotografien, Texte und räumliche Spuren gemeinsam zu betrachten.

Während der Sanierung der Dauerausstellung finden zahlreiche Termine außerhalb des Torhauses statt. Als Veranstaltungsorte wurden unter anderem die Kaiserwerke, das Clubzentrum Comma und die Stadt- und Regionalbibliothek Gera genannt. Diese Verlagerung verändert den Charakter der Angebote, macht das Programm aber weiterhin zugänglich. Für Besucher ist entscheidend, nicht automatisch davon auszugehen, dass jede Veranstaltung am Amthordurchgang 9 stattfindet. Datum, Uhrzeit, Adresse, Anmeldung und eventuelle Eintrittskosten sollten vor dem Besuch in der jeweiligen Ankündigung kontrolliert werden.

Für den Herbst 2026 wurden unter anderem ein Vortrag mit Dokumentation zu Wochenkindern in der DDR am 28. Oktober, eine Lesung von Anja Reich über Simone am 18. November, die Multimedia-Lesung Todesstreifen am 25. November sowie das autobiografische Theaterstück WINTERKIND – MADE IN GDR am 15. November angekündigt. Diese Beispiele zeigen, dass das Programm unterschiedliche Ausdrucksformen nutzt. Geschichte erscheint nicht nur als Ausstellungstext, sondern auch als Literatur, Theater, Film, Gespräch und persönliche Erinnerung.

Wer regelmäßig informiert bleiben möchte, kann die Veranstaltungsübersicht und die aktuellen Hinweise des Vereins nutzen. Zusätzlich weist die Gedenkstätte auf Flyer und Plakate im Stadtzentrum hin. Da sich Termine, Orte und organisatorische Bedingungen ändern können, sind aktuelle Angaben des Veranstalters maßgeblich. Für Gruppen und Bildungseinrichtungen empfiehlt sich eine frühzeitige Kontaktaufnahme, insbesondere wenn eine Führung, ein Zeitzeugengespräch oder ein thematischer Schwerpunkt gewünscht wird.

Tickets, Eintritt und Anmeldung für den Amthordurchgang

Die Gedenkstätte Amthordurchgang ist grundsätzlich ein Erinnerungs- und Bildungsort mit freiem Eintritt. Für den Besuch der Dauerausstellung wurde in den Besucherinformationen kein regulärer Eintrittspreis genannt. Der kostenlose Zugang unterstützt den Anspruch, historische Bildung möglichst vielen Menschen zu ermöglichen. Gerade bei einer Gedenkstätte ist diese Offenheit wichtig, weil der Besuch nicht von einem kommerziellen Veranstaltungsinteresse abhängig sein soll.

Bei öffentlichen Veranstaltungen gelten jedoch die jeweiligen Angaben in der Ankündigung. Vorträge, Ausstellungenseröffnungen, Filmgespräche oder Podiumsrunden können kostenlos sein, während für Theater, Lesungen oder besondere Abendveranstaltungen ein Eintritt verlangt werden kann. Für das autobiografische Theaterstück WINTERKIND – MADE IN GDR am 15. November 2026 wurde ein Eintritt von 10 Euro zuzüglich Gebühren angekündigt. Dieses Beispiel verdeutlicht, dass Tickets nicht pauschal über eine einheitliche Kasse der Gedenkstätte abgewickelt werden müssen. Interessierte sollten daher vorab prüfen, ob eine Reservierung, Anmeldung oder ein Ticketkauf erforderlich ist.

Für Führungen und Gruppenangebote ist eine vorherige Vereinbarung sinnvoll. Die klassische Führung durch die Gedenkstätte wurde mit einer Dauer von ungefähr anderthalb Stunden beschrieben. In Verbindung mit einem Filmvortrag kann das Angebot bis zu drei Stunden dauern. Thematische Schwerpunkte wie Jugendkultur in der DDR, Opposition in Gera oder Überwachungsmethoden des Ministeriums für Staatssicherheit können individuell vereinbart werden. Das macht die Gedenkstätte besonders interessant für Schulen, Hochschulen, Vereine, kirchliche Gruppen und Bildungsträger.

Bei einer Anfrage sollten Gruppen möglichst konkrete Informationen mitteilen. Dazu gehören die gewünschte Dauer, die Gruppengröße, das Alter der Teilnehmenden, der gewünschte Themenschwerpunkt und mögliche Termine. Auch während der Schließzeit der Dauerausstellung kann es sinnvoll sein, nach Bildungsangeboten, digitalen Rundgängen, Sonderausstellungen oder Veranstaltungen an Ausweichorten zu fragen. Der Verein ist weiterhin telefonisch und per E-Mail erreichbar und informiert über die Möglichkeiten während der Bauphase.

Tickets und Eintritt sind bei dieser Location deshalb immer im Zusammenhang mit dem konkreten Format zu verstehen. Wer die Gedenkstätte als Museum besuchen möchte, sollte die aktuelle Öffnungslage beachten. Wer eine Veranstaltung besuchen möchte, sollte die jeweilige Ankündigung als verbindliche Grundlage nehmen. Auf diese Weise lassen sich unnötige Wege vermeiden, insbesondere weil die Dauerausstellung bis voraussichtlich Frühjahr 2027 geschlossen bleibt, während einzelne Veranstaltungen weiterhin stattfinden.

Geschichte der politischen Haftanstalt Amthordurchgang in Gera

Die Geschichte des Amthordurchgangs reicht bis in das 19. Jahrhundert zurück. Das Gebäude wurde 1874 als Gerichtsgefängnis errichtet. Im Laufe der Zeit veränderte sich seine Funktion entsprechend den politischen Verhältnissen. Während der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 wurde der Ort von der Geheimen Staatspolizei genutzt. Damit steht der Amthordurchgang auch für politische Verfolgung im nationalsozialistischen Herrschaftssystem und für die Erfahrung von Haft als Instrument staatlicher Repression.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nutzte die sowjetische Besatzungsmacht das Gefängnis als regionales Auffanggefängnis. Von dort wurden zahlreiche Gefangene in das sowjetische Speziallager Nr. 2 in Buchenwald verlegt. 1947 wurde das Gefängnis wieder der deutschen Gerichtsbarkeit unterstellt. Diese Nachkriegsgeschichte zeigt, dass der Ort nicht nur einer einzigen historischen Phase zugeordnet werden kann. Vielmehr spiegeln sich im Amthordurchgang verschiedene politische Systeme und Formen von Strafverfolgung, Haft und Macht wider.

Von 1952 bis 1990 befand sich in dem Gebäude die Untersuchungshaftanstalt der Bezirksverwaltung Gera des Ministeriums für Staatssicherheit. Nach den historischen Angaben verfügte die Haftanstalt über mehr als 36 Zellen für bis zu 78 Untersuchungshäftlinge. Untersuchungshaft bedeutete für viele Betroffene nicht nur die räumliche Trennung von Familie und Alltag. Sie war auch Teil eines Systems, in dem Verhöre, Überwachung, psychischer Druck und die Kontrolle von Informationen eine wichtige Rolle spielten.

Mit der Geschichte des Ortes ist auch der Name Matthias Domaschk verbunden. Der 23-jährige Domaschk starb 1981 nach einem Verhör durch das Ministerium für Staatssicherheit in der Haftanstalt. Die Umstände seines Todes sind bis heute nicht vollständig geklärt. Sein Schicksal steht beispielhaft für die Bedeutung des Amthordurchgangs als Erinnerungsort und für die Notwendigkeit, staatliches Handeln, Verantwortlichkeiten und überlieferte Akten kritisch zu untersuchen.

Von 1991 bis 1999 wurde das Gefängnis noch als Untersuchungshaftanstalt des Freistaates Thüringen genutzt. Der größte Teil der Haftanstalt wurde 1999 abgerissen. Erhalten blieb das Torhaus, in dem die Gedenk- und Begegnungsstätte eingerichtet wurde. Der Verein Gedenkstätte Amthordurchgang e.V. gründete sich im Herbst 1997. Die Gedenk- und Begegnungsstätte wurde am 18. November 2005 eröffnet. Der erhaltene Gebäudeteil ist dadurch zu einem sichtbaren historischen Zeugnis geworden, das an die Geschichte politischer Haft erinnert und zugleich Raum für Bildung und Begegnung schafft.

Ausstellung, Rundgang und Zeitzeugeninterviews

Die Dauerausstellung der Gedenkstätte dokumentiert auf mehreren Ebenen die Geschichte der Haftanstalt und die Schicksale ihrer Gefangenen. Zum Ausstellungskonzept gehören gesicherte bewegliche und unbewegliche Teile aus dem abgerissenen Zellentrakt. Diese Elemente wurden in das Torhaus integriert und machen die frühere Nutzung des Ortes räumlich erfahrbar. Nach Angaben der Gedenkstätte entstand die Gestaltung in Zusammenarbeit mit dem Geraer Maler und Grafikdesigner Sven Schmidt.

Ein Rundgang führt durch unterschiedliche historische Zusammenhänge. Ausstellungstafeln thematisieren die Geschichte des Gebäudes, die Nachkriegszeit, den sowjetischen NKWD, stalinistische Säuberungen, Haftanstalten und Speziallager in der sowjetischen Besatzungszone. Weitere Inhalte beschäftigen sich mit der führenden Rolle der SED in der DDR sowie mit politischen Strukturen, die Verfolgung und Überwachung ermöglichten. Der Ansatz beschränkt sich damit nicht auf eine reine Chronologie. Er erklärt auch, wie Institutionen, Ideologien und Machtmechanismen ineinandergreifen.

Ein besonderer Bestandteil ist das Archiv der Erinnerung. Dort werden lebensgeschichtliche Interviews mit ehemaligen politischen Häftlingen dokumentiert. Die Gespräche reichen von Verhaftungen in den 1950er-Jahren bis zu Erfahrungen im Jahr 1989. Solche Interviews ergänzen schriftliche Akten und Ausstellungstafeln um individuelle Wahrnehmungen. Sie machen sichtbar, wie politische Verfolgung im Alltag erlebt wurde, welche Folgen sie für Familien und berufliche Wege hatte und wie Betroffene nach der Haft mit ihrer Geschichte umgingen.

Zeitzeugeninterviews sind für die politische Bildung besonders wertvoll, weil sie historische Ereignisse aus einer persönlichen Perspektive vermitteln. Gleichzeitig müssen sie eingeordnet werden. Erinnerung ist immer individuell, kann Lücken enthalten und unterschiedliche Blickwinkel widerspiegeln. Die Stärke des Archivs liegt deshalb nicht darin, eine einzige endgültige Erzählung zu liefern, sondern verschiedene Biografien zugänglich zu machen und zur eigenständigen Auseinandersetzung anzuregen.

Nach Abschluss der Sanierungs- und Umbauarbeiten soll die Dauerausstellung wieder für Besucherinnen und Besucher zugänglich sein. Bis dahin kann der digitale Rundgang einen ersten Einblick ermöglichen. Zusätzlich bestehen Möglichkeiten, Sonderausstellungen in der Amthorpassage zu besuchen oder Veranstaltungen mit historischen und biografischen Themen wahrzunehmen. Wer sich für den Rundgang, das Archiv der Erinnerung oder Bildungsangebote interessiert, sollte die aktuellen Informationen des Vereins beachten, da sich Zugänge und Termine während der Bauphase ändern können.

Amthordurchgang 9 in Gera: Lage, Anfahrt und Parken

Die Gedenkstätte befindet sich am Amthordurchgang 9 in 07545 Gera. Das Torhaus liegt zentral in der Geraer Innenstadt, neben dem historischen Landgericht. Nach den Besucherinformationen ist der Ort aus der Innenstadt zu Fuß erreichbar. Die zentrale Lage macht es möglich, den Besuch mit weiteren Zielen in der Innenstadt zu verbinden. Für Personen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, empfiehlt es sich, die aktuellen Verbindungen und Haltestellen vor dem Besuch über die jeweiligen Auskunftssysteme zu prüfen.

Eine besondere Parkfläche direkt an der Gedenkstätte wird in den verfügbaren Besucherinformationen nicht ausgewiesen. Für die Anreise mit dem Auto sollten daher öffentliche Parkplätze und Parkhäuser im innerstädtischen Bereich berücksichtigt werden. Die Stadt Gera führt eine Übersicht zu Parkmöglichkeiten. Dazu gehört beispielsweise das Parkhaus Gera-Arcaden in der Heinrichstraße 30. Auch im Umfeld der Amthorstraße und der Innenstadt gibt es weitere Parkangebote. Die tatsächliche Verfügbarkeit, Gebühren, Einfahrtszeiten und mögliche Zufahrtsbeschränkungen können sich ändern und sollten vor der Anreise aktuell geprüft werden.

Wer möglichst stressfrei anreisen möchte, kann den Besuch außerhalb stark frequentierter Zeiten planen. Bei Abendveranstaltungen ist es sinnvoll, ausreichend Zeit für die Parkplatzsuche und den Fußweg einzuplanen. Bei größeren Veranstaltungen können Parkhäuser oder Stellflächen schneller ausgelastet sein. Für mobilitätseingeschränkte Besucherinnen und Besucher empfiehlt sich eine direkte Nachfrage beim Veranstalter, da die Zugänglichkeit des historischen Gebäudes und der jeweiligen Ausweichorte unterschiedlich sein kann.

Während der Schließzeit der Dauerausstellung ist außerdem zu unterscheiden zwischen der Adresse der Gedenkstätte und den Orten des Veranstaltungsprogramms. Eine Lesung in der Stadt- und Regionalbibliothek, ein Vortrag in den Kaiserwerken oder ein Theaterabend im Clubzentrum Comma findet nicht am Amthordurchgang 9 statt. Die jeweilige Veranstaltungsankündigung enthält deshalb die entscheidende Information für die Anfahrt. Wer nur die Adresse der Gedenkstätte in ein Navigationssystem eingibt, könnte sonst am falschen Ort ankommen.

Für einen Besuch der Sonderausstellungen in der Amthorpassage gelten die dort angekündigten Öffnungszeiten. Die Gedenkstätte nennt während der Bauphase unter anderem Dienstag bis Donnerstag sowie Samstag von 14 bis 18 Uhr für die Sonderausstellungen Wochenkinder der DDR und UNERHÖRT! – künstlerische Perspektiven ehemaliger Wochenkinder. Da Ausstellungen, Öffnungszeiten und Veranstaltungsorte zeitlich begrenzt sein können, sollten Besucher die aktuellen Informationen kurz vor dem Besuch kontrollieren.

Politische Bildung, Geraer Erinnerungskultur und besondere Themen

Die Gedenkstätte Amthordurchgang e.V. erfüllt eine wichtige Funktion in der Geraer Erinnerungskultur. Sie bewahrt nicht nur die Geschichte eines Gebäudes, sondern stellt Fragen nach politischer Verantwortung, Menschenrechten und dem Umgang mit staatlicher Macht. Der Ort erinnert an Verfolgte und Gefangene unter der nationalsozialistischen Diktatur, an Menschen in sowjetischer Haft und an Betroffene der DDR-Staatssicherheit. Dadurch entsteht ein historischer Bogen, der Unterschiede zwischen den Systemen sichtbar macht, ohne die individuellen Erfahrungen der Opfer gegeneinander aufzurechnen.

Zu den wiederkehrenden Themen gehören Opposition und Jugendkultur in der DDR, Überwachungsmethoden des Ministeriums für Staatssicherheit, Haftbedingungen, politische Justiz und die Folgen staatlicher Repression. Auch regionale Aspekte spielen eine zentrale Rolle. Geschichte wird nicht ausschließlich über zentrale Institutionen in Berlin oder über bekannte Persönlichkeiten erzählt, sondern über Vorgänge in Gera und Ostthüringen. Das macht den Besuch für Menschen aus der Region ebenso relevant wie für auswärtige Gäste.

Veranstaltungen erweitern die Ausstellung um aktuelle Perspektiven. Ein Vortrag kann neue Forschungsergebnisse vorstellen, eine Lesung kann eine individuelle Biografie in den Mittelpunkt rücken und ein Filmgespräch kann zeigen, wie historische Erfahrungen in der Gegenwart dargestellt werden. Theater- und Multimediaformate sprechen andere Sinne an und schaffen Gesprächsanlässe. Der Verein verbindet damit wissenschaftliche Information und kulturelle Vermittlung.

Für Schulen und Gruppen bietet der Amthordurchgang einen Ansatz, Geschichte nicht nur aus Lehrbüchern zu behandeln. Schülerinnen und Schüler können sich mit Quellen, Biografien und institutionellen Abläufen beschäftigen. Ein Zeitzeugengespräch kann dabei helfen, die Auswirkungen politischer Entscheidungen auf einzelne Menschen zu verstehen. Zugleich bietet die Gedenkstätte die Möglichkeit, über die Grenzen mündlicher Erinnerungen, den Wert von Archivmaterial und die Verantwortung der Gegenwart zu sprechen.

Die aktuelle Sonderausstellung zu Wochenkindern der DDR zeigt, wie sich das Programm auch mit gesellschaftlichen Erfahrungen beschäftigt, die lange wenig öffentlich beachtet wurden. Die Ausstellung Wochenkinder der DDR wurde gemeinsam mit dem Verein Wochenkinder e.V. angekündigt und durch die künstlerische Ausstellung UNERHÖRT! ergänzt. Solche Projekte machen deutlich, dass Erinnerungskultur nicht abgeschlossen ist. Neue Forschungen, Interviews und künstlerische Arbeiten können bekannte Geschichte erweitern und bisher wenig gehörten Stimmen Raum geben.

Der Besuch des Amthordurchgangs ist deshalb mehr als ein Rundgang durch historische Räume. Er ist eine Einladung, über Freiheit, Zivilcourage, Anpassung, Widerstand und die Folgen politischer Entscheidungen nachzudenken. Wer die Gedenkstätte besucht oder an einer Veranstaltung teilnimmt, begegnet nicht nur der Vergangenheit, sondern auch Fragen, die für eine demokratische Gesellschaft weiterhin relevant sind.

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